Chancenwucher gegen Spitzenreiter
Der SC Westfalia Anholt hat dem bislang ungeschlagenen Tabellenführer SV 08/29 Friedrichsfeld am 9. Spieltag einen intensiven Kampf geliefert, stand am Ende aber ohne Punkte da. Vor 110 Zuschauern am Pannebecker unterlagen wir dem Spitzenreiter trotz langer Überzahl mit 0:1 (0:0). Die Möglichkeiten für ein anderes Ergebnis waren vorhanden, doch vor allem im zweiten Durchgang ließen wir zu viele Chancen ungenutzt.
Im Tor nahm Trainer David Kraft erneut einen Wechsel vor. Für Julius Geven rückte Philipp Juttner wieder zwischen die Pfosten. Zudem feierte Morin Spiekers sein Seniorendebüt und stand direkt in der Startelf.
Die Partie begann ohne lange Abtastphase. Bereits in den ersten Minuten kamen beide Mannschaften gefährlich in die jeweiligen Strafräume. Unsere erste große Möglichkeit hatte Oliver Paus in der zweiten Minute. Auf der anderen Seite zeigte Friedrichsfeld früh, warum die Mannschaft als Tabellenführer nach Anholt gereist war. Juttner musste mehrfach eingreifen und verhinderte unter anderem in der 14. Minute mit der Fußspitze einen Rückstand. Auch nach 28 Minuten war unser Keeper erneut zur Stelle.
Kurz vor der Pause bot sich uns dann eine gute Gelegenheit zur Führung. Jonah Roes war in der 40. Minute durch, wurde aber im letzten Moment noch gestoppt. Wenig später veränderte sich die Ausgangslage entscheidend: Nach einem Foul an Tugay Haberci sah Joel Grzeskowiak in der 43. Minute Gelb-Rot. Den anschließenden Freistoß konnten wir trotz Unordnung im Friedrichsfelder Strafraum nicht nutzen. So ging es torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel erwischte uns der SVF trotz Unterzahl kalt. Wir standen weit aufgerückt, Friedrichsfeld schaltete nach Ballgewinn schnell um und Jean-Pascal Kraus überhob Juttner im Eins-gegen-eins zur 0:1-Führung.
Die Partie wurde anschließend zunehmend offen. Friedrichsfeld blieb mit seinen Kontern gefährlich, während wir versuchten, die Überzahl auszuspielen. Finn Spiekers verhinderte bei einem weiteren schnellen Gegenstoß in höchster Not einen Abschluss. Auf der anderen Seite fehlten uns nur Zentimeter zum Ausgleich: Nach einer Ecke setzte Jonah Roes den Ball in der 60. Minute knapp über die Latte.
Mit zunehmender Spielzeit erhöhten wir den Druck. Pierre Weyerhorst köpfte nach 75 Minuten nur knapp vorbei. Kurz darauf bot sich die große Chance zum 1:1, als Tugay Haberci im Strafraum zu Fall gebracht wurde und der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied. Thorben Versteegen konnte die Möglichkeit jedoch nicht nutzen und scheiterte am Pfosten.
Auch danach blieben wir dran. Eine Flanke von Oliver Paus köpfte Weyerhorst ans Außennetz. Gleichzeitig mussten wir bei den Friedrichsfelder Kontern weiter aufmerksam bleiben. In der 88. Minute verhinderte Juttner im Eins-gegen-eins gegen einen frei auf unser Tor zulaufenden Angreifer die Vorentscheidung.
Nach sieben Minuten Nachspielzeit blieb es beim 0:1. Wir hatten den Tabellenführer über weite Strecken gefordert und spielten mehr als eine Halbzeit in Überzahl, konnten aus unseren Möglichkeiten aber kein Kapital schlagen.
Ob wir das Spiel in Überzahl verlieren oder der Gegner in Unterzahl gewinnt, ist egal. Die Art und Weise ist entscheidend. Wir haben jetzt drei Spiele in Folge kein Tor gemacht und müssen diese Ergebniskrise schnell beenden. Dabei hatten wir Chancen genug. Und beim Gegentor stellen wir uns dämlich an. Gut ist, dass die anderen Mannschaften auch nicht punkten, sodass wir nicht unten reinrutschen. Donnerstag geht es schon direkt wieder weiter. Das ist das Positive.
