Westfalia-Torwart Philipp Juttner spendet Stammzellen
Eine Registrierung bei der DKMS war für Philipp Juttner 2019 zunächst nur eine kleine Entscheidung. Sieben Jahre später wurde daraus die Möglichkeit, einem schwer erkrankten Menschen in den USA zu helfen. Unser Torhüter spendete in diesem Sommer Stammzellen – und möchte mit seiner Erfahrung nun auch andere Menschen auf das Thema aufmerksam machen.
Für Philipp Juttner stand in diesem Sommer für kurze Zeit nicht der Fußball im Mittelpunkt. Der 33-jährige Torhüter unserer 1. Mannschaft wurde Stammzellspender für einen ihm unbekannten Mann in den USA.
Dass es einmal dazu kommen würde, konnte Philipp bei seiner Registrierung im Jahr 2019 nicht ahnen. Damals ließ er sich bei der DKMS aufnehmen. Anschließend vergingen Jahre, ohne dass sich daraus etwas Weiteres ergab.
Das änderte sich im April 2026. Philipp erhielt die Nachricht, dass er möglicherweise als Spender für einen Patienten infrage kommt. Nach weiteren Blutuntersuchungen und medizinischen Tests bestätigte sich schließlich die Übereinstimmung.
Nach der Bestätigung folgten die medizinische Vorbereitung und die Organisation der eigentlichen Stammzellspende. Da Philipp bereit war, für die Entnahme zu reisen, fand diese schließlich im DKMS Collection Center in Dresden statt.
Die DKMS kümmerte sich dabei um die organisatorischen Abläufe sowie Reise, Hotel und die anfallenden Kosten. Auch Philipps Arbeitgeber TROX unterstützte ihn und stellte ihn für die erforderliche Voruntersuchung und die Spende frei.
Vor der Entnahme wurde Philipp umfassend medizinisch untersucht. Dazu gehörten unter anderem die Kontrolle des Blutbildes, Ultraschalluntersuchungen und die Überprüfung der Organfunktionen. Anschließend stand fest, dass bei ihm eine periphere Stammzellspende durchgeführt werden konnte. Bei diesem Verfahren werden die benötigten Stammzellen aus dem Blut gewonnen.
Die eigentliche Entnahme dauerte etwa vier bis fünf Stunden. Dabei wurden die Stammzellen mithilfe eines speziellen Verfahrens aus Philipps Blut gewonnen.Nach seiner Erfahrung empfand Philipp die Spende als gut zu bewältigen. Nach der Entnahme war er müde, wurde aber auch anschließend medizinisch weiter betreut. Unter anderem wurden später beim Hausarzt nochmals Blutwerte kontrolliert.
Als Fußballer musste Philipp anschließend eine kurze sportliche Pause einlegen. Rund anderthalb bis zwei Wochen waren belastender Sport und insbesondere Kontaktsport für ihn nicht möglich. Das fiel ausgerechnet in die Vorbereitung auf die neue Saison. Für Philipp stand dieser sportliche Verzicht jedoch in keinem Verhältnis zu der Möglichkeit, einem anderen Menschen zu helfen.
Wer die Stammzellen erhalten hat, weiß Philipp bislang nicht. Bekannt ist lediglich, dass es sich um einen ungefähr 30 Jahre alten Mann aus den USA handelt.Die Identität beider Seiten bleibt zunächst geschützt. Nach einigen Monaten können Informationen über den gesundheitlichen Verlauf möglich sein. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nach zwei Jahren auch ein persönlicher Kontakt entstehen, sofern beide Seiten dies wünschen.
Philipp hat dem Empfänger bereits eine Nachricht zukommen lassen. Diese wurde ohne persönliche Daten über die DKMS geprüft und weitergeleitet. Darin wünschte er dem Mann alles Gute und eine erfolgreiche Genesung.Eine Antwort hat er bislang nicht erhalten. Dafür hat Philipp Verständnis. Schließlich haben Patienten, die auf eine Stammzelltransplantation angewiesen sind, häufig bereits eine schwere Behandlung hinter sich und einen weiteren Weg vor sich.
Seit seiner eigenen Spende beschäftigt sich Philipp intensiver mit dem Thema Stammzellspende. Dabei ist ihm besonders bewusst geworden, dass eine solche Erkrankung nicht nur den Patienten selbst betrifft, sondern ebenso dessen Familie und persönliches Umfeld.Sich selbst deshalb besonders herauszustellen, entspricht ihm nicht. Viel wichtiger ist ihm eine andere Botschaft: Eine Registrierung kann Jahre später plötzlich eine enorme Bedeutung bekommen.
Genau deshalb möchte Philipp seine Geschichte nutzen, um mehr Menschen auf die Möglichkeit einer Stammzellspende aufmerksam zu machen. Er kann sich vorstellen, zukünftig Registrierungsaktionen zu unterstützen und sich stärker für das Thema einzusetzen.
Dabei sieht er gerade auch Vereine und Unternehmen als Orte, an denen Aufmerksamkeit geschaffen und Menschen erreicht werden können.
Als SC Westfalia Anholt freuen wir uns natürlich über jeden gehaltenen Ball unseres Torhüters. Diese Geschichte zeigt aber, dass es Dinge gibt, die weit über den Fußball hinausgehen. 2019 hat Philipp sich registrieren lassen. Sieben Jahre später konnte er damit einem Menschen auf einem anderen Kontinent eine wichtige Chance geben.
Wir möchten Philipps Geschichte deshalb gerne weitertragen. Nicht, um aus ihm einen Helden zu machen, sondern um auf die Stammzellspende aufmerksam zu machen.
Vielleicht beschäftigt sich durch seine Erfahrung der eine oder andere erstmals mit einer Registrierung bei der DKMS. Genau das wäre im Sinne von Philipp.
Lieber Philipp: Wir sind stolz, dich nicht nur als Torhüter, sondern auch als Menschen in unserer Westfalia-Familie zu haben!
Foto: Christian Klumpen, KlumpenSportfoto
